Stadtgeschichte von Nürnberg

Weißgerbergasse in Nürnberg Die Anfänge der Stadt beginnen mit der Errichtung der Burg 1039. Der Bau des fränkischen Kaisers Heinrich III. zieht Handwerker und Kaufleute an, die sich im Schutze der Burg niederlassen. 1050 beginnt die urkundlich dokumentierte Geschichte der Stadt Nourenberc (= felsiger Berg). In der Sigena Urkunde lässt der Kaiser alle Leibeigenen freisprechen. 1062 werden die, seit ca. 1040 bestehenden Markt-, Münz- und Zollrechte, noch einmal bestätigt. Der Ausbau der Burg beginnt ab 1139 und es wird die Kaiserpfalz und die Doppelkapelle errichtet. 1163 werden schließlich die Kaufleute und ihr Handel unter den Schutz des Kaisers gestellt.

Diese Reichsunmittelbarkeit wird 1219 mit dem Freiheitsbrief von König Friedrich II bestätigt. Zudem erhält die Stadt das Recht der Steuerhoheit und das der eigenen Gerichtsbarkeit. Nürnberg schließt sich 1256 dem rheinischen Städtebund an. Um 1320 erhält die Stadt eine Ratsverfassung in der die Stellung der Bürger hervorgehoben wird. Außerdem wird der Mauerring um die Stadt geschlossen. Die Bürgerschaft genießt in Nürnberg nicht nur großen politischen Einfluss, sondern macht auch als Stifter und Wohltäter von sich reden. So wird z.B. ein Spital (Heilig Geist) 1339 auf Kosten des reichsten Bürger der Stadt erbaut. 1348/49 suchen schwere Unruhen die Stadt heim. Denn im Zuge des Handwerkeraufstandes wird der patrizische Rat durch Handwerker und die Mithilfe der Partei der Wittelsbacher vertrieben. Der Kaiser Karl IV. setzt den Rat allerdings wieder ein, mit einer einzigen Änderung: Handwerker ist es von nun an verboten Ratsmitglieder zu werden. Auch die Zünfte bleiben verboten. In denselben Jahren erfolgt ein schweres Pogrom gegen die jüdischen Bürger der Stadt. Auf dem Gebiet des ehemaligen jüdischen Viertels wird nun ein Hauptmarkt und die Frauenkirche errichtet.

Der Einfluss Nürnbergs steigt mit dem Beschluss der Goldenen Bulle von Kaiser Karl IV, wonach jeder deutscher Kaiser seinen ersten Reichstag in Nürnberg abhalten muss. Nürnberg ist somit gleichbedeutend mit Aachen als Krönungsort und Frankfurt als Ort der Wahl des neuen Kaisers. 1424 wird die Stadt zudem mit der betraut. Bis 1796 lagern die Reichskrone, die Heilige Lanze und das Reichsschwert sicher in Nürnberg, dann werden sie auf Grund des Kriegsgeschehens nach Regensburg gebracht. 1427 wechselt die Regentschaft über Nürnberg, denn der letzte Burggraf verkauft seinen Titel an den Rat der Stadt. Somit ist nun der Rat für die Stadt verantwortlich. Blütezeit. So leben im 15. Jahrhundert 30.000 Menschen in der Stadt. Unter ihnen befinden sich viele berühmte Künstler, z.B Albrecht Dürer (Maler; "betende Hände"), Peter Henlein (Erfinder der tragbaren Uhr "Nürnberger Ei").

1449/50 wird im Zuge des ersten Markgrafenkrieges das Umland verwüstet.
1479/84 wird zum ersten Mal in Deutschland nach römisch-rechtlicher Grundlage das Strafrecht kodifiziert, das Ergebnis ist die "Nürnberger Reformation". Das Reichsregiment erhält 1500-1502 seinen Sitz in Nürnberg. Das Reichregiment fungiert, neben dem Kaiser, als Reichsregierung. Als der Landshuter Erbfolgekrieg 1504 ausbricht, kann Nürnberg bis zu seinem Ende 1506 große Landgebiete erobern und wird somit die Reichsstadt mit dem größten Territorium. 1521 erfolgt das Tanzstatut indem sich das Patriziat als Korportaion abschließt. Als das zweite Reichsregiment gegründet wird (1522-1524), hat auch dieses seinen Sitz in Nürnberg. Die Reformation bringt auch für Nürnberg eine Umstellung. 1522 wird die deutsche Übersetzung der Bibel heimlich in Nürnberg gedruckt 1525 wird die Reformation eingeführt. Nach dem zweiten Markgrafenkrieg (1552-1555) werden die Tortürme der Stadt mit Artilleriemänteln verstärkt. 1626-1622 wird das Neue Rathaus von Jacob Wolff im Stil der italienischen Renaissance erbaut. 1622 erhält die Nürnberger Akademie den Rang einer Universität. Diese bleibt bis 1809 bestehen. Der 30 jährige Krieg bringt Tod und Verwüstung nach Nürnberg. Schuld daran ist der Stellungskrieg direkt vor den Mauern der Stadt, der 3 Jahre dauert und 2/3 der Bevölkerung den Tod bringt. Der abschließende Friedenskongress des 30 jährigen Krieges findet auch in Nürnberg statt (1649/50).

1790-1796 wird das Gebiet von Bayern und Preußen okkupiert. Im Zuge der napoleonischen Kriege dann französisch besetzt und von den Franzosen schließlich 1806 an das neue bayerische Königreich übergeben. Die Eigenständigkeit der Stadt endet endgültig als der Rat der Stadt 1808 aufgelöst wird und durch eine Zivilverwaltung (1818) ersetzt wird. Nürnberg ist also in das Bayerische Königreich eingegliedert und ab 1825 beginnt der Prozess der Eingemeindung der umliegenden Gemeinden. 1835 erwacht Nürnberg aus seinem Dornrösschenschlaf, indem es seit der Bedeutungslosigkeit des Landhandels ruhte. Denn zum allerersten Mal in Deutschland fährt eine Eisenbahn. Und dies tut sie von Nürnberg in das nahe liegende Fürth.

1844/45 folgen weitere Eisenbahnlinien und der Ludwig-Donau-Main Kanal. Die Stadt hat 1881 über 100.000 und ist somit eine Großstadt. Nachdem 1896 ein Elektrizitätswerk eröffnet wurde, ziehen immer mehr Elekrobetriebe in die Stadt, wie z.B. Siemens und AEG. Das Bevölkerungswachstum der Stadt reißt nicht ab und 1910 sind es schon 330.000 Menschen. Von 1919-1933 regiert Hermann Lupe als Oberbürgermeister. In dieser Zeit wird die Stadt nachhaltig geprägt, sei es in Bereichen der Bildung (Volkshochschule), der sozialer Fürsorge (Wohlfahrtsamt, Wohnungsbauprogramme), der Kultur (1928 Dürerjahr), der Architektur (1927 Planetarium, 1928 Stadion) oder der Stadtplanung ("Jansen-Plan"). Nach dieser Ära folgt 1933 der Nationalsozialismus, der aus Nürnberg eine Führerstadt macht. So finden die jährlichen Reichsparteitage in Nürnberg statt. Die Ruinen sind heute noch auf dem Reichsparteitagsgelände zu besichtigen als Mahnmal der Vergangenheit. Die vielleicht einschneidensten Gesetzte, die "Nürnberger Gesetze" gelten ab 1935 und unterteilen die Bevölkerung in Arier, Juden und Mischlinge.
1939 leben 420.00 Menschen in Nürnberg. Durch die Bombardierung der Stadt durch die Alliierten werden 95 % der alten Bausubstanz in der Altstadt vernichtet. Die Anfänge der Nachkriegszeit sind bestimmt von den Nürnberger Prozessen. Mit der Nachkriegszeit wird Nürnberg Heimat für die deutsche Spielwarenmesse. 1955 wird der heutige Flughafen in Kraftsfof in Betrieb genommen.
1971 feiert die Stadt den 500. Geburtstag Albrecht Dürers. Und ein Jahr später den 500.000 Einwohner.
1973 ist das neue Messegelände fertig. Die Consumenta zieht neben der Spielzeugmesse die Besuchermassen an.